Assassin's Creed (2016)

Die offizielle Filmkritik von Frank Trebbin

Die Angst sitzt neben Dir    

Frank Trebbin ist Autor der in mehreren Bänden erschienenen Buchreihe "Die Angst sitzt neben Dir", in der er sich durch das Besprechen von unzähligen Filmen aller Genres (primär Phantastik) einen Namen als Autor und Rezensent machen konnte.

Die folgende Kritik wurde am 08.05.2017 eingetragen.




Franks Bewertung des Films
(0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10)

3 Sterne3 Sterne3 Sterne3 Sterne3 Sterne / 4 (3D-Review)


Der Mörder Callum Lynch wird in Texas mit der Giftspritze hingerichtet. Kurze Zeit später erwacht er jedoch in den Händen der Wissenschaftlerin Dr. Sophia Rikkin, die für die in Madrid ansässige Abstergo Industries daran arbeitet, das genetische Gedächtnis eines Menschen mit Hilfe einer Animus genannten Apparatur anzuzapfen. Lynch ist nämlich der Nachfahre des 1492 in Sevilla lebenden Assassinen Aguilar de Nerha, der zu den islamischen Beschützern des „Apfel von Eden“ gehört, den der spanische Inquisitor Torquemada und die christlichen Tempelritter in ihren Besitz bringen wollen, denn der Legende nach enthält das Artefakt den genetischen Code für den freien Willen der Menschheit. Und nun suchen Dr. Rikkin und ihr Vater im Auftrag der Templer nach dem Apfel von Eden…

Eigentlich sollte es ja mit „Assassin's Creed“ mal anders laufen als wie bei den bisherigen Videospiel-Verfilmungen, die neben den schon lange etablierten Comic-Adaptionen ein zweites großes Standbein der Filmindustrie werden sollten: viel näher dran am Game sollte es werden, viel werkgetreuer als sonst und durch „Macbeth“-Regisseur Justin Kurzel und viele namhafte Gesichter vor der Kamera auch viel anspruchsvoller. Schließlich stehen ja Michael Fassbender, Marion Cotillard, Jeremy Irons, Brendan Gleeson und Charlotte Rampling schon für eine gewisse darstellerische Güte. Doch leider bekommt auch „Assassin's Creed“ den Spagat zwischen Befriedigung auf Seiten der Gamer und Must-See für ein „normales“ Kinopublikum nicht richtig hin, denn leider ist das Ganze zu verkopft angegangen worden und man musste (oder wollte) – wie so oft – doch Kompromisse eingehen. So wird „Assassin's Creed“ aber leider nur als seltsam steriler, seelenlos erscheinender Franchise-Startgeber wahrgenommen, der genauso viel Stilwillen wie Fehler erkennen lässt. Leere Worthülsen um einen irgendwie sinnentleerten McGuffin treffen – zumindest in den Gegenwartsszenen – auf hochtechnisierte Beton-Optik-Sets, die an die kalten Science-Fiction-Vertreter längst vergangener Tage erinnern, und nur in den allzu knapp bemessenen Rückblenden wird geliefert, für das man eigentlich sein Eintrittsgeld bezahlt: knackige Kämpfe, grandiose Schauwerte und recht atemlose Action-Unterhaltung. Hier spielt Justin Kurzel seine mit „Macbeth“ gewonnenen Erfahrungen aus und lässt es gut rappeln (u. a. auch durch sinnvoll adaptierte Videospiel-Gimmicks). In diesen Szenen macht es ebenso Sinn, das man „Assassin's Creed“ in Richtung 3D gepusht hat, denn die diesbezügliche Optik ist streckenweise fast schon atemberaubend. Zwar gibt es keine gezielten Pop-Outs (nicht mal ein Schwert, was in Richtung der Kamera gehalten wird), doch die Tiefenwirkung ist genial und die Schärfe so knackig, dass man sich mittendrin im Spanien der Inquisition fühlt - ein gewisser Mehrwert ist also doch gegeben. Im Gegensatz dazu schwächeln so manche Szenen, die der Stimmung wegen nur behutsam ausgeleuchtet sind. Bildformat: 2,35:1.


© Selbstverlag Frank Trebbin



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