Mumie, Die (2017)

Die offizielle Filmkritik von Frank Trebbin

Die Angst sitzt neben Dir    

Frank Trebbin ist Autor der in mehreren Bänden erschienenen Buchreihe "Die Angst sitzt neben Dir", in der er sich durch das Besprechen von unzähligen Filmen aller Genres (primär Phantastik) einen Namen als Autor und Rezensent machen konnte.

Die folgende Kritik wurde am 08.06.2017 eingetragen.




Franks Bewertung des Films
(0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10)

3 Sterne3 Sterne3 Sterne3 Sterne3 Sterne / 3 (3D-Review)


Während der Bekämpfung des IS im Irak nutzen die beiden US-Soldaten Nick Morton und Chris Vail ihr Wissen um Altertümer und Schätze, um Gräber zu plündern und Kasse zu machen. So entdecken sie auch das Grab der altägyptischen Prinzessin Ahmanet, die vor 4000 Jahren ein abscheuliches Verbrechen begangen hat und dort in der Ferne bestattet wurde. Zusammen mit der Archäologin Jenny Halsey heben sie das unterirdische Grabmal aus und bringen den Sarkophag nach London. Bereits auf dem Flug dahin ereignet sich Übernatürliches und in London selbst entfesselt die mittlerweile zum Leben erwachte Mumie zerstörerische Sandstürme, scharrt eine Armee von Untoten um sich und sucht den Kontakt zu Nick, mit dem sie ein ganz bestimmtes Ritual beenden möchte…



Ach, was waren das noch für Zeiten, als der in Mullbinden gehüllte Christopher Lee aus dem Sumpf kommend Frauen erschrecken durfte. Ach, was waren das noch für Zeiten, als der frohgelaunte Brendan Fraser in bester Indiana-Jones-Manier ägyptische Gräber entdecken und kalauernd gegen Imhotep und Scorpion King kämpfen durfte. Und heute? Ja, heute dürfen Tom Raider und Lara Cruise…, äh, Tom Cruise und Annabelle Wallis in Fußstapfen treten, die ihnen eindeutig zu groß sind. Mit Alex Kurtzmans „Die Mumie“ möchte das produzierende Universal-Studio zwar gerne das ganz große Franchise-Geschäft mit ihren Copyright-Filmmonstern noch einmal rebooten (das sogenannte „Dark Universe“ startete in 2014 mit „Dracula Untold“ eher stotternd), doch leider wird man mit diesem technisch hochwertigen, leider aber nur seelenlosen und vordergründig auf düster getrimmten PG-13-Blockbuster, der irgendwie fatal an Stephen Sommers Zu-viel-ist-zu-viel-„Van Helsing“ erinnert, das Ganze auch nicht wirklich zum Laufen bringen. Krawallige Endlosschleifen-Action, die auch mal in eine Flugzeugabsturz-Sequenz im „Mission Impossible“-Stil mündet, hirnrissige Aufhänger wie eine bislang nie entdeckte riesige Templer-Krypta gleich neben einer U-Bahn-Baustelle oder die offenkundig unnütze, verschenkte Jekyll-Hyde-Figur als Museumsdirektor und Drahtzieher – das alles zeugt davon, wie sehr die Drehbuchschreiber um David Koepp bemüht waren, inhaltliche Schwächen oder gar geklaute Motive (sucht mal schön: von „American Werewolf“ über „Die reitenden Leichen“ bis hin zu „Lifeforce“) mit lautem Getöse zu übertünchen, also mehr Hektik als Horror zu verbreiten. Der Aufwand an Effekten und Set-Pieces ist gewiss immens, das Hirn sollte aber unbedingt auf Durchzug gestellt werden. Im Kino auch in 3D (nicht unbedingt der Rede wert: absolut keine Pop-Outs [nicht einmal die beliebten Funken oder Staubpartikel schweben einem hier vor der Nase], in vielen Szenen hinreichend tief aber auch oft auffallend flach geraten – also eher schlecht als recht nachträglich konvertiert). Bildformat: 2,35:1. Des weiteren mit Sofia Boutella, Russell Crowe, Jake Johnson u. a.


© Selbstverlag Frank Trebbin



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