Kingsman: The Golden Circle (2017)

Die offizielle Filmkritik von Frank Trebbin

Die Angst sitzt neben Dir    

Frank Trebbin ist Autor der in mehreren Bänden erschienenen Buchreihe "Die Angst sitzt neben Dir", in der er sich durch das Besprechen von unzähligen Filmen aller Genres (primär Phantastik) einen Namen als Autor und Rezensent machen konnte.

Die folgende Kritik wurde am 01.02.2018 eingetragen.




Franks Bewertung des Films
(0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10)

3 Sterne3 Sterne3 Sterne3 Sterne3 Sterne / 4


Gary „Eggsy“ Unwin ist, obwohl er seinen Mentor Harry Hart verloren hat, nun richtig beim Geheimdienst ihrer Majestät angekommen (siehe: „Kingsman: The Secret Service“) und steht nicht nur gleich auf eigenen Beinen sondern auch alleine da: Poppy Adams, fiese Chefin eines Drogenrings, lässt alle Kingsman-Agenten töten, um den Präsidenten der USA mit einem ebenso kuriosen wie bizarren Drogen-Legalisierungs-Szenario zu erpressen. Demzufolge führt eine Spur Eggsy und seinen Kollegen Merlin also in die USA, wo die beiden Hilfe von Statesman bekommen, einem ähnlich exzentrischen Geheimdienst wie Kingsman. Und dann ist da noch Eggsys Freundin Tilde, die rumzickt, wenn sich der junge Geheimagent ihr Okay dafür holt, einer weiblichen Zielperson näher zu kommen als gewünscht…

Tja, manchmal meint man, dass es besser sein könnte, einem guten, weil voller Alleinstellungsmerkmale gespickten Film nicht noch ein Sequel folgen zu lassen – egal wie der Box-Office-Erfolg aussieht. So zumindest scheint es zu sein, wenn man die ersten, hektischen Minuten von „Kingsman: The Golden Circle“ überstanden hat, die getreu nach dem Höher-Weiter-Schneller-Credo Hollywoods alles noch mehr auf die Spitze treiben und bei vielen Zuschauern nur ratloses Kopfschütteln oder gar –schmerzen hinterlassen – und das nicht nur wegen der direkten inhaltlichen Anknüpfungen an das Original, die „neuen“ Zuschauern kein Vergnügen bereiten. Sollte etwa das Winning-Team um Matthew Vaughn, welches vor und hinter der Kamera kaum Veränderungen erfährt, beim zweiten Einsatz der Kingsmänner etwa genau in diese dröge Falle tapsen? Glücklicherweise nimmt sich Vaughn dann aber gehörig zurück, feilt konsequent an dem gleichsam coolen wie exzentrischen Kingsman-Universum herum, erweitert das Ganze mit aktuellen Bezügen zur US-Politik (Bruce Greenwoods US-Präsident hat eindeutig Trumpsche Züge), kanzelt so ganz nebenbei deren Welt-Sheriff/Cowboy-Gehabe ab (gut besetzt: Jeff Bridges und Channing Tatum) und lässt erst wieder im letzten Drittel mittels arg übertriebenem CGI-Einsatz die Action-Puppen tanzen. Dass dabei „Kingsman: The Golden Circle“ mit einer Laufzeit von zwei Stunden plus deutlich zu lang geworden ist, merkt man dann leider doch hier und da. Motivisch wird viel Bezug auf das 007-Abenteuer „Lizenz zum Töten“ genommen: Julianne Moore als knallharte Drogenbaronin mit Versteck in einem aufgepimpten Dschungel-Tempel und Faible für einen übergroßen Fleischwolf. Fazit: hat eindeutig seine Momente, Auftritte (Elton John!) und genialen Einfälle, wirkt aber nicht mehr so frisch wie das Original. Bildformat: 2,35:1. Des weiteren mit Taron Egerton, Colin Firth, Mark Strong, Hanna Alström, Halle Berry u. a.


© Selbstverlag Frank Trebbin



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