FĂĽrst der Finsternis (2017)

Die offizielle Filmkritik von Frank Trebbin

Die Angst sitzt neben Dir    

Frank Trebbin ist Autor der in mehreren Bänden erschienenen Buchreihe "Die Angst sitzt neben Dir", in der er sich durch das Besprechen von unzähligen Filmen aller Genres (primär Phantastik) einen Namen als Autor und Rezensent machen konnte.

Die folgende Kritik wurde am 05.10.2017 eingetragen.




Franks Bewertung des Films
(0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10)

2 Sterne2 Sterne2 Sterne2 Sterne2 Sterne / 2


Der junge Andrej soll im Auftrag der Zarin den verbannten Mönch Lawr zurück in die Hauptstadt holen. Doch kaum im Exil des Mönchs angekommen, bricht das Unheil los. Der Herrscher einer uralten Vampirfamilie ist wieder im Schloss auf dem Berg eingezogen und terrorisiert die Dorfbewohner. Im Namen der Vampire will er die alleinige Macht über die Welt zurückerobern. Nur mit Hilfe der schönen Milena, kann der dunkle Fürst den grausamen Blutritus durchführen. Heute ist die Nacht, sich das Mädchen zu holen. Wird es Andrej und dem Mönch gelingen, sich der mächtigen Armee des Fürsten entgegenzustellen und Milena und die Welt zu retten? (Zitat: Pressetext Tiberius Film)

Einst hatten die britischen Hammer-Films die Deutungshoheit über Dracula, Frankenstein und Co. – die Italiener zogen Anfang der 1960er Jahre nach und konnten mit Mario Bavas Beiträgen zum Euro-Horror unzweifelhaft eigene Spuren im Genre hinterlassen. Das russische Genre-Kino hingegen war und ist immer noch ein zartes Pflänzchen, was nur ab und an gegossen wird und dementsprechend nur spärlich Blüten treibt. Und da schließt sich gedanklich der Kreis zu den Werken des italienischen Alt-Maestros, denn Sergey Ginzburgs „Fürst der Finsternis“ ist so eine kleine Knospe, die kurz vor dem Vertrocknen einmal aufblüht (will heißen: jenseits des Herstellungslandes vertrieben zu werden) und die in ihrer pittoresk-verschrobenen Künstlichkeit an die Wurdelak-Geschichte aus Bavas „Die drei Gesichter der Furcht“ erinnert – ohne jedoch deren begnadete Minimalismus-Inszenierung zu erreichen. Nein, viel eher knüpft der im Original (hört, hört) „Vurdalaki“ betitelte „Fürst der Finsternis“ in seiner Unbeholfenheit, eine Geschichte einigermaßen interessant und vor allem fließend zu erzählen, an das Epigonen-Kino aus allen Ecken der Welt an und hinterlässt den fahlen Beigeschmack eines unterproduzierten Schnellschusses, der mehr sein möchte als er ist, zumal man – was CGI und Tricks angeht – Hollywood doch nicht das Wasser reichen kann. Bildformat: 2,35:1. Mit Konstantin Kryukov, Mikhail Porechenkov, Aglaya Shilovskaya, Mikhail Zhigalov u. a.


© Selbstverlag Frank Trebbin



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